
Mitarbeit: Andreas Lehmann, Franziska Leiste
Das Umfeld des Tzschirnerplatzes ist geprägt durch die Gebäude eines geschlossenen, gründerzeitlichen Ensembles. Die den Platz umgebende Bebauung wurde im Zuge von Modernisierungsarbeiten an neue Nutzungsanforderungen angepasst, ohne ihr ‘Gesicht‘ zu verlieren.
Der ursprüngliche Charakter der Gebäude blieb durch die Fassaden zum Platz hin erhalten.
Der Tzschirnerplatz ist neben Markt und Technikumplatz einer der drei großen Plätze in Mittweida und zeigt sich im Rahmen der Neugestaltung als Quartiersplatz, der aufgrund der Nähe zum Zentrum innerstädtische Anforderungen erfüllen muss, aber in seiner Hauptfunktion die Freiraumqualität des Wohnumfelds positiv beeinflusst.
Gestalterisch fügt sich künftig ein revitalisierter Quartiersplatz in sein homogenes Umfeld, der wie die Bebauung heutigen Nutzungsanforderungen entspricht (Parken, Verkehr im Umfeld etc.).
Seine Grundform orientiert am Wegenetz vergangener Epochen der Platzgestaltung. Schmuckelemente der umgebenden, historischen Fassaden werden in die künftige Formensprache der Freiraumgestaltung transformiert.
Somit wird das seit über 100 Jahren nicht veränderte Bauensemble, mit seinem in der Stadt einzigartigen Charakter, in der Platzgestaltung aufgegriffen und durch die Ausnutzung der typischen Mittweidaer Hanglage neu interpretiert.
Die Neugestaltung des Tzschirnerplatzes entwickelt sich allein aus den Gegebenheiten des Ortes heraus und fügt sich somit in die vorhanden Struktur, ohne neue Gestaltungsprinzipien an diesen Ort zu importieren.
Die Verwendung ortstypischer Materialien stärkt diese Vorgehensweise.
Um die Gesamtheit der Schmuckplatzfläche als solches zu erhalten, werden funktional notwendige Elemente (Parken, Trafohaus) in einem Funktionsband um den Platz eingebunden. Neben der erhöhten Aufenthaltsqualität im eigentlichen Zentrum des Platzes durch die Filterwirkung des Funktionsbandes vernetzt dieses die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Stadtraums.
Der innere Bereich der Neugestaltung erfährt durch das diagonal kreuzende Wegenetz eine klare Gliederung.
Diese wird genutzt, um vier voneinander unabhängige Funktionsbereiche zu schaffen, die durch die Haupt- und Nebenwege vernetzt sind. Bodenmuster und einheitliche Materialien verbindender Elemente wie Mauern schaffen eine gestalterische Einheit aller Bereiche.
Quelle: http://slandart.com/beitrag/Tzschirnerplatz_Mittweida
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